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Radio-Apps fürs Handy: Internetradio, UKW und DAB+ im Überblick

radio.de, ARD Sounds, ORF Sound und Co.: Welche Radio-Apps sich lohnen, warum kaum ein Handy UKW oder DAB+ empfängt und wie du trotzdem Radio hörst.

Von HandyKlug Redaktion · 7 Min. Lesezeit · 19. August 2026

KI-generierte Illustration; kein Produkt-Screenshot.

Das klassische Küchenradio hat Konkurrenz bekommen: dein Handy. Mit der passenden App empfängst du tausende Sender aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Rest der Welt. Den Lieblingssender aus der alten Heimat hörst du damit genauso wie den Lokalsender um die Ecke.

Trotzdem gibt es viele Missverständnisse. Manche glauben, ihr Handy empfange UKW wie ein normales Radio. Andere suchen vergeblich nach DAB+. Und viele wissen nicht, dass die Apps der öffentlich-rechtlichen Sender gerade gründlich umgebaut wurden.

Dieser Überblick erklärt, wie Radio auf dem Handy technisch funktioniert, welche Apps sich lohnen und was du tun kannst, wenn du ohne Internet Radio hören möchtest.

Drei Wege zum Radio: Internet, UKW und DAB+

Bevor es um Apps geht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Technik. Es gibt drei Arten, wie Radio zu dir kommt.

Internetradio (Webradio): Der Sender schickt sein Programm als Datenstrom über das Internet. Dein Handy spielt diesen Stream ab. Das braucht WLAN oder mobile Daten, funktioniert dafür aber weltweit und mit jedem Smartphone.

UKW: Das klassische analoge Radio über Antenne. Es braucht kein Internet, aber einen passenden Empfangschip im Gerät.

DAB+: Digitales Antennenradio mit klarem Klang und vielen Sendern. Auch hier brauchst du kein Internet, aber einen DAB+-Empfänger.

Für die meisten Menschen ist Internetradio heute der Standard. Die anderen beiden Wege sind auf dem Handy schwieriger, dazu gleich mehr.

Die besten Apps für Internetradio

radio.de

radio.de ist in Deutschland eine der bekanntesten Radio-Apps. Du findest dort Sender aus aller Welt, kannst nach Genre, Stadt oder Sprache suchen und Favoriten anlegen. Auch Podcasts sind integriert. Die App ist kostenlos und finanziert sich über Werbung.

ARD Sounds (früher ARD Audiothek)

Im März 2026 hat die ARD ihre Audiothek in ARD Sounds umbenannt und umgebaut. Ziel ist es, das Audioangebot der öffentlich-rechtlichen Sender an einem Ort zu bündeln. Die einzelnen Apps von über vierzig Radiowellen sollen nach und nach darin aufgehen.

Für dich heißt das: Livestreams von WDR 2, Bayern 3, NDR 2 und Co., dazu Podcasts, Hörspiele und Sendungen zum Nachhören, alles in einer App. Wer die ARD Audiothek schon installiert hatte, bekam ARD Sounds automatisch per Update.

Dlf Audiothek

Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova haben mit der Dlf Audiothek eine eigene App. Sie eignet sich für Nachrichten, Hintergrund und Kultur, alles werbefrei.

ORF Sound und Play SRF

In Österreich bündelt ORF Sound die Radioprogramme des ORF, also Ö1, Ö3, FM4 und die Regionalradios. In der Schweiz findest du die Radioprogramme von SRF in der App Play SRF, zusammen mit Fernsehsendungen.

TuneIn und phonostar

TuneIn Radio ist international sehr breit aufgestellt und eignet sich gut für Sender aus Großbritannien, den USA oder Südeuropa. phonostar kommt aus Deutschland und bietet neben einer großen Senderliste auch Hitlisten nach Genre. Beide sind kostenlos nutzbar, zeigen aber Werbung.

Warum dein Handy kaum noch UKW empfängt

Früher hatten viele Handys ein eingebautes UKW-Radio. Heute ist das die Ausnahme. Dafür gibt es zwei Hauptgründe.

Erstens nutzt ein UKW-Empfänger im Handy in der Regel das Kopfhörerkabel als Antenne. Viele aktuelle Smartphones, vor allem von Apple und Google, haben aber gar keine Kopfhörerbuchse mehr. Mit Bluetooth-Kopfhörern gibt es keine Kabelantenne.

Zweitens ist der Chip bei vielen Geräten zwar vorhanden, aber vom Hersteller nicht freigeschaltet. Eine App aus dem Store kann ihn dann auch nicht aktivieren.

Einige günstige Android-Modelle bieten weiterhin UKW. Wenn dir das wichtig ist, prüfe vor dem Kauf das Datenblatt auf „FM-Radio“ und darauf, ob eine Klinkenbuchse vorhanden ist. Eine App mit „FM“ im Namen allein macht aus deinem Handy kein UKW-Radio. Die meisten dieser Apps streamen in Wahrheit über das Internet.

DAB+ auf dem Handy: geht das?

DAB+ ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. In Smartphones hat es sich aber nie durchgesetzt. Nach aktuellem Stand gibt es in Deutschland kein Smartphone im Handel, das DAB+ direkt empfängt.

Einen Umweg gibt es für Android: kleine USB-DAB+-Empfänger, die du per USB-C (OTG) ans Handy steckst. Zusammen mit einer passenden App, die der Hersteller meist nennt, wird das Handy zum Digitalradio. Das ist eher etwas für Bastler, funktioniert aber ohne Internet.

Für das iPhone gibt es diesen Weg praktisch nicht. Wer unterwegs DAB+ hören möchte, ist mit einem kleinen tragbaren DAB+-Radio meist besser bedient.

Vergleich der Empfangswege und Apps

Weg / App Braucht Internet Funktioniert auf Kosten Stärke
radio.de Ja iPhone, Android Kostenlos mit Werbung Riesige Senderauswahl
ARD Sounds Ja iPhone, Android, Web Kostenlos Alle ARD-Radios, Podcasts
Dlf Audiothek Ja iPhone, Android Kostenlos Werbefreie Information
ORF Sound Ja iPhone, Android Kostenlos Ö1, Ö3, FM4, Regionalradios
Play SRF Ja iPhone, Android Kostenlos SRF-Radio und TV
UKW-Chip Nein Nur einzelne Android-Modelle Im Gerät Kein Datenverbrauch
USB-DAB+-Stick Nein Android mit USB-OTG Zubehör kaufen Digitaler Antennenempfang

Datenverbrauch und Akku im Griff

Internetradio verbraucht mobile Daten. Wie viel, hängt von der Qualität des Streams ab. Hörst du regelmäßig unterwegs, lohnt sich ein Blick in die Einstellungen der App.

  • Qualität im Mobilfunk begrenzen: Viele Apps haben eine Option für niedrigere Bitrate unterwegs und volle Qualität im WLAN.
  • Sleep-Timer nutzen: Wer abends mit Radio einschläft, sollte einen Timer setzen. So läuft der Stream nicht die ganze Nacht.
  • Verbrauch kontrollieren: Unter Einstellungen > Mobilfunk (iPhone) oder Einstellungen > Netzwerk & Internet (Android) siehst du, welche App wie viel verbraucht.

Auch der Akku leidet bei langem Streaming, vor allem mit eingeschaltetem Display. Sperr den Bildschirm, die meisten Apps spielen im Hintergrund weiter.

Radio im Auto, zu Hause und auf dem Smart Speaker

Die Apps funktionieren nicht nur auf dem Handy selbst.

Im Auto: Über Apple CarPlay oder Android Auto zeigen viele Radio-Apps ihre Senderliste direkt auf dem Autodisplay. radio.de, TuneIn und ARD Sounds unterstützen das in der Regel. Prüfe im Store, ob „CarPlay“ oder „Android Auto“ genannt wird.

Zu Hause: Mit einem Bluetooth-Lautsprecher klingt das Handy deutlich voller. Wer mehrere Räume beschallen will, kann Lautsprecher nutzen, die Streaming per WLAN unterstützen.

Per Sprachbefehl: Smart Speaker wie Amazon Echo oder Google Nest spielen viele Sender auf Zuruf. Ein „Spiel Bayern 1“ reicht oft schon.

So findest du deinen Lieblingssender schnell wieder

Wer viele Sender ausprobiert, verliert schnell den Überblick. Drei Tipps helfen.

  1. Favoriten anlegen. In jeder guten Radio-App kannst du Sender mit einem Stern oder Herz markieren.
  2. Widget auf den Startbildschirm legen. Einige Apps bieten Widgets, mit denen du ohne Umweg losstartest.
  3. Weniger ist mehr. Eine Sammel-App plus die App deines Lieblingssenders reicht den meisten völlig.

Podcasts und Sendungen zum Nachhören

Ein großer Vorteil der Radio-Apps gegenüber dem klassischen Radio: Du bist nicht an die Sendezeit gebunden. Viele Sendungen kannst du später nachhören, ganz oder in Teilen.

In ARD Sounds findest du zum Beispiel Hörspiele, Krimis, Wissenssendungen und Comedy aus allen ARD-Anstalten. Viele Inhalte kannst du herunterladen und später offline hören, etwa im Flugzeug oder im Funkloch. Ähnliches bieten die Dlf Audiothek, ORF Sound und Play SRF.

Auch die Sammel-Apps wie radio.de haben Podcasts integriert. Damit brauchst du für viele Hörgewohnheiten nur noch eine App. Wer sehr viele Podcasts hört, ist mit einer spezialisierten Podcast-App aber oft besser bedient. Auf dem iPhone ist Apple Podcasts vorinstalliert, auf Android gibt es zahlreiche Alternativen im Play Store.

Ein Tipp für Pendler: Lade morgens im WLAN zwei oder drei Folgen herunter. So sparst du unterwegs Datenvolumen und hast auch im Tunnel keine Aussetzer.

Achte bei automatischen Downloads darauf, dass alte Folgen wieder gelöscht werden. Sonst füllen sie mit der Zeit den Speicher deines Handys. Die meisten Apps haben dafür eine Einstellung wie „Gehörte Folgen entfernen“.

Übrigens: Viele Radio-Apps bieten auch eine Weckerfunktion. Statt mit einem schrillen Ton wachst du dann mit deinem Lieblingssender auf. Achte darauf, dass das Handy in der Nacht mit dem WLAN verbunden bleibt und der Akku geladen ist. Sonst bleibt es morgens still, und du verschläfst im schlimmsten Fall.

Fragen

Kann ich mit einer App UKW ohne Internet hören?

Nur wenn dein Handy einen freigeschalteten UKW-Chip hat, was heute selten ist. Die meisten „FM“-Apps im Store streamen über das Internet.

Gibt es Handys mit DAB+?

Aktuell wird in Deutschland kein Smartphone mit eingebautem DAB+ verkauft. Für Android gibt es USB-Empfänger als Zubehör.

Ist Internetradio legal und kostenlos?

Ja. Die Sender stellen ihre Streams selbst bereit. Die Apps sind kostenlos, einige zeigen Werbung oder bieten ein optionales Bezahlmodell.

Was ist aus der ARD Audiothek geworden?

Sie heißt seit März 2026 ARD Sounds. Wer die alte App installiert hatte, wurde per Update automatisch umgestellt. Neben Podcasts findest du dort auch die Livestreams der ARD-Radios.

Hat sich etwas geändert?

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