Tank-Apps im Vergleich: So findest du den günstigsten Sprit
Wer regelmäßig tankt, kennt das: An der einen Tankstelle kostet der Liter deutlich mehr als an der anderen, nur ein paar hundert Meter weiter. Und am Nachmittag ist der Preis an derselben Zapfsäule plötzlich ein anderer als am Morgen.
Tank-Apps zeigen dir diese Unterschiede in Echtzeit. In Deutschland und Österreich stammen die Daten aus offiziellen Meldestellen, an die Tankstellen ihre Preise melden müssen. Das macht die Apps verlässlicher, als viele denken.
In diesem Ratgeber vergleichen wir die bekanntesten Tank-Apps, erklären, woher die Preise kommen, und zeigen dir, was sich 2026 durch die neue 12-Uhr-Regel in Deutschland geändert hat.
Woher die Preise in Deutschland kommen
Seit Ende 2013 gibt es beim Bundeskartellamt die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, kurz MTS-K. Die Tankstellen in Deutschland müssen jede Preisänderung für Super E5, Super E10 und Diesel innerhalb weniger Minuten dorthin melden.
Die MTS-K gibt diese Daten an zugelassene Verbraucher-Informationsdienste weiter. Das sind die Tank-Apps und Websites, die du kennst. Das Bundeskartellamt führt eine Liste dieser Dienste auf seiner Website, dort findest du mehr als 50 Angebote.
Wichtig zu wissen: Alle zugelassenen Apps bekommen dieselben Rohdaten. Die Unterschiede liegen in der Bedienung, den Zusatzfunktionen und manchmal in der Frage, wie schnell die App aktualisiert.
Die 12-Uhr-Regel: Was sich 2026 geändert hat
Seit dem 1. April 2026 gilt in Deutschland eine neue Regel. Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal am Tag erhöhen, und zwar um 12 Uhr mittags. Senken dürfen sie die Preise jederzeit.
Das Bundeskartellamt beschreibt seitdem ein typisches Muster: Morgens ist Tanken meist am günstigsten. Um 12 Uhr steigen die Preise deutlich, danach sinken sie im Laufe des Nachmittags und Abends wieder. Die Behörde rät, die Mittagszeit zu meiden, wenn du sparen willst.
Die MTS-K überwacht die Einhaltung automatisch. Verstöße werden an die zuständigen Landesbehörden gemeldet, die Bußgelder verhängen können.
Für dich heißt das: Die Tageszeit ist wichtiger geworden. Ein kurzer Blick in die App vor dem Losfahren lohnt sich trotzdem, weil die Preise je nach Region und Tankstelle unterschiedlich stark schwanken.
Weiterlesen
Schau dir eine kurze Anzeige an, um den Rest dieser Anleitung freizuschalten. So bleiben unsere Inhalte kostenlos.
Wenn keine Anzeige verfügbar ist, wird der Artikel automatisch freigeschaltet.
Die bekanntesten Tank-Apps in Deutschland
clever-tanken
clever-tanken ist eine der bekanntesten Spritpreis-Apps in Deutschland. Sie zeigt die günstigsten Tankstellen in deiner Nähe oder entlang einer Route. Praktisch sind der Preisverlauf der letzten Stunden, Favoriten und Preisalarme, die dich benachrichtigen, wenn dein Wunschpreis erreicht ist.
ADAC Drive
Die frühere App „ADAC Spritpreise“ ist in ADAC Drive aufgegangen. Die App ist mehr als ein Preisvergleich: Sie bietet Routenplanung, Ladesäulensuche für E-Autos und Spritpreise auch für mehrere andere europäische Länder. Du brauchst keine ADAC-Mitgliedschaft, um die Preisfunktion zu nutzen.
mehr-tanken
mehr-tanken gehört ebenfalls zu den zugelassenen Diensten und bekommt die offiziellen MTS-K-Daten. Die App bietet Umkreissuche, Favoriten und Preisinformationen zu den gängigen Sorten. Sie ist eine gute Alternative, wenn dir die Bedienung von clever-tanken nicht zusagt.
Weitere Möglichkeiten
- Tankerkönig: Eine Plattform, die MTS-K-Daten per Schnittstelle bereitstellt. Viele kleinere Apps, Widgets und Smart-Home-Lösungen greifen darauf zurück.
- Navigations-Apps: Google Maps und andere Navis zeigen bei vielen Tankstellen ebenfalls Preise an. Wie aktuell diese sind, ist nicht immer klar erkennbar.
- Bezahl-Apps: Apps wie ryd oder Fillibri ermöglichen an teilnehmenden Tankstellen das Bezahlen direkt an der Zapfsäule. Sie zeigen oft auch Preise an, ihr Schwerpunkt liegt aber auf dem Bezahlen.
Österreich: der Spritpreisrechner der E-Control
In Österreich gibt es mit dem Spritpreisrechner der Regulierungsbehörde E-Control ein offizielles Angebot. Tankstellen müssen ihre Preise dorthin melden. Du findest den Dienst unter spritpreisrechner.at und als App.
Die Suche funktioniert nach Adresse oder nach Bundesland und Bezirk. Neben Diesel und Super gibt es auch Angaben zu CNG. Auf Wunsch schickt dir die E-Control regelmäßig per E-Mail die günstigsten Tankstellen deiner Region.
Auch in Österreich dürfen Tankstellen ihre Preise nur einmal am Tag um 12 Uhr erhöhen, Senkungen sind jederzeit erlaubt. Die Regel gibt es dort schon deutlich länger als in Deutschland. Daneben gibt es Apps von Drittanbietern, etwa „Spritpreise Österreich“, die mehr Komfortfunktionen bieten. Auch der ÖAMTC informiert über Spritpreise.
Und in der Schweiz?
In der Schweiz gibt es keine staatliche Meldestelle wie in Deutschland oder Österreich. Preisangaben in Apps stammen dort häufig aus Meldungen von Nutzerinnen und Nutzern oder aus Kooperationen mit Tankstellenketten.
Das heißt nicht, dass solche Apps nutzlos sind. Achte aber darauf, wann ein Preis zuletzt aktualisiert wurde. Ein Eintrag von vor drei Tagen ist nur ein grober Anhaltspunkt.
Die Apps im Vergleich
| App oder Dienst | Land | Datenquelle | Besonderheiten | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| clever-tanken | Deutschland | MTS-K | Preisverlauf, Preisalarm, Routensuche | Kostenlos, mit Werbung |
| ADAC Drive | Deutschland plus weitere Länder | MTS-K und weitere Quellen | Navigation, Ladesäulen, Europa-Preise | Kostenlos |
| mehr-tanken | Deutschland | MTS-K | Umkreissuche, Favoriten | Kostenlos, mit Werbung |
| Spritpreisrechner (E-Control) | Österreich | Offizielle Meldepflicht | Behördlich, E-Mail-Service | Kostenlos |
| Spritpreise Österreich | Österreich | Offizielle Daten | Mehr Komfortfunktionen | Kostenlos, ggf. Zusatzfunktionen |
| Community-Apps | Schweiz | Nutzermeldungen | Aktualität prüfen | Meist kostenlos |
Funktionen und Werbemodelle ändern sich. Prüfe die aktuelle Beschreibung im App Store oder bei Google Play.
Sieben Tipps, mit denen du wirklich sparst
- Morgens tanken: Seit der 12-Uhr-Regel ist der Vormittag in Deutschland in der Regel die günstigste Zeit.
- Preisalarm setzen: Lass dich benachrichtigen, statt ständig nachzuschauen.
- Keine großen Umwege: Fünf Kilometer Umweg für einen minimal günstigeren Preis lohnen sich meist nicht. Rechne kurz nach.
- Autobahn meiden: Tankstellen direkt an der Autobahn sind oft teurer. Ein Autohof oder eine Tankstelle kurz nach der Ausfahrt ist häufig günstiger.
- E10 prüfen: Wenn dein Auto E10 verträgt, ist es oft günstiger als E5. Ob dein Fahrzeug geeignet ist, steht in der Bedienungsanleitung, oder du fragst beim Hersteller nach.
- Grenznah vergleichen: Wer in Grenznähe wohnt, vergleicht Preise im Nachbarland. Beachte dabei Fahrtzeit und die jeweiligen Regeln.
- Spritsparend fahren: Reifendruck prüfen, unnötiges Gewicht ausräumen, vorausschauend fahren. Das spart oft mehr als die Suche nach dem billigsten Liter.
Datenschutz und Werbung
Tank-Apps brauchen deinen Standort, um Tankstellen in der Nähe zu zeigen. Stell die Standortfreigabe am besten auf „Beim Verwenden der App“, nicht auf „Immer“.
Viele kostenlose Apps finanzieren sich über Werbung. Das ist in Ordnung, solange es nicht nervt. Prüfe in den Einstellungen, ob du personalisierte Werbung abschalten kannst.
Preisalarm und Favoriten richtig einrichten
Die meisten Menschen tanken immer an denselben zwei, drei Tankstellen: auf dem Weg zur Arbeit, beim Supermarkt oder in der Nähe der Wohnung. Genau diese solltest du in der App als Favoriten speichern.
So gehst du vor:
- Sorte festlegen: Stell in den Einstellungen deine Kraftstoffsorte ein, damit die App nur relevante Preise zeigt.
- Favoriten anlegen: Markiere die Tankstellen, die auf deinen üblichen Wegen liegen.
- Preisalarm setzen: Wähle einen realistischen Zielpreis. Orientiere dich dafür am Preisverlauf der letzten Tage in der App.
- Benachrichtigungen begrenzen: Ein Alarm pro Tag reicht. Sonst gewöhnst du dich an die Hinweise und ignorierst sie.
- Widget nutzen: Viele Apps bieten ein Widget für den Startbildschirm. Ein Blick genügt, und du weißt, ob sich Tanken heute lohnt.
Wer ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid fährt, findet in ADAC Drive und ähnlichen Apps auch Ladesäulen. Die Preise fürs Laden hängen allerdings stark von Anbieter und Tarif ab und lassen sich nicht eins zu eins mit Spritpreisen vergleichen.
Häufige Fragen
Sind die Preise in Tank-Apps verbindlich?
Verbindlich ist der Preis an der Zapfsäule. In Deutschland und Österreich müssen Tankstellen zwar zeitnah melden, trotzdem kann es kurze Verzögerungen geben.
Was mache ich, wenn ein Preis in der App falsch ist?
Wende dich zuerst an die Beschwerdestelle des jeweiligen Informationsdienstes. Das Bundeskartellamt nennt auf seiner Website zusätzlich einen Kontakt für Probleme mit der Markttransparenzstelle.
Gilt die 12-Uhr-Regel auch für Ladestrom?
Die deutsche Regel betrifft Kraftstoffpreise an Tankstellen. Für Ladestrom gelten eigene Preismodelle der Anbieter.
Welche App ist die beste?
Da die Daten in Deutschland aus derselben Quelle kommen, entscheidet vor allem die Bedienung. Probier zwei Apps eine Woche aus und behalte die, die dir besser gefällt.